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Werter Gast,
wir begrüßen Sie in unserem Hotel und Gasthof "Zur Krone",
bestehend und renomiert seit 1782 und wieder in privater Hand.
Wir heißen Sie auch willkommen in Ebersdorf, als Heiligen -
Ebersdorf, reußische Residenz und Ferienort bekannt.
Ebersdorf wurde in der letzten Phase der Kolonisation des
Vogtlandes gegründet. Mit den aus Franken stammenden
Lobdeburgern kamen Ritter. Sie wurden mit Land und
Vorrechten ausgestattet. So entstanden die Rittergüter,
auch das in Ebersdorf. 1401 wird der Ort genannt, und die
Familien von Watzdorf, Draxdorf und Machwitz beherrschten
Rittergut und Ort bis 1681. Dann erwarben die Reußen das Gut,
und bald begann der Bau des Schlosses, das heute als
Pflegeheim dient.
1694 wurde der Ort unter Heinrich X. von Reuß - Ebersdorf Residenz.
Es entstanden Verwaltungsgebäude sowie Wohnhäuser für Diener
und Beamte. Einen weiteren Aufschwung erlebte Ebersdorf nach
1730 dadurch, dass unter Heinrich 29., Schwager des Begründers der
Herrnhuter Brüdergemeinde, Nicolaus von Zinzendorf, im Ort eine
Kolonie dieser Brüder und Schwestern errichtet und als selbständige
Siedlung tatkräftig ausgebaut wurde. Die zahlreichen Gebäude
bilden heute ein denkmalgeschütztes Bauensemble. Ein Kenner
schrieb 1783 (nach Weber): "... ohne diese Kolonie wäre
Ebersdorf der schlechteste und elendste Ort, der zwischen
Himmel und Erde liegt... Es fehlen diesem Ort drei wesentliche Stücke.
eine Post, ein gebahnter Weg und ein guter Gasthof." Letzterem wurde
durch die Gründung unseres Hauses abgeholfen.
Anfang Oktober zogen 200 000 französische Soldaten, trotz kaiserlichem
Schutzbrief requirierend und randalierend, durch Herrschaft und Residenz.
In das Jahr 1806 fällt auch die Erhebung der Ebersdorfer Reußen in den
Fürstenstand. 1824 starb die Linie Reuß - Lobenstein aus. Das Land kam
an Ebersdorf, das sich nun Reuß - Lobenstein - Ebersdorf nannte. Die Zeit
Ebersdorfs als Residenz fand 1848 ein Ende. Der "originelle und oft
verkannte" Heinrich 72., über dessen skurrile Art - und Ansichten noch
heute Anekdoten erzählt werden, dankte ab, ging außer Landes und starb
bald unverheiratet. Reuß - Lobenstein - Ebersdorf wurde mit Reuß jüngerer
Linie vereint, wo es bis zur Auflösung der Feudalordnung 1918 blieb.
Ein Juwel ist der Ebersdorfer Park "mit seinen lieblichen Abwechslungen",
der Orangerie, dem von Ernst Barlach geschaffenen Grabmal der Familie
Reuß, dem Denkmal des einheimischen Künstlers Fr. Popp und dem stilvoll
der Umgebung angepassten Schulgebäude aus unserer Zeit.
In der Residenzzeit gehen Bemühungen, aus dem in angenehmer Umgebung
liegenden Dorf ein Kurort zu machen. Das schlug zwar fehl, aber eine
anerkannte Sommerfrische ist Ebersdorf seit langem. 1804 schrieb Pfarrer
Reinhold. "Als interessante Punkte in der Umgebung verdienen besonders
hervorgehoben zu werden ... die Bellevue, mit einer weiten Fernsicht in das
Fichtelgebirge, der Hartmannsberg, von welchem aus Ebersdorf einen
besonders freundlichen Anblick gewährt sowie der Heinrichsstein an der
Saale mit herrlichen, romantischen Partien"
Neben den genannten sind in der nahen Umgebung Ebersdorfs weitere
Aussichtspunkte zu finden: Frankenwaldblick, Blaupunkt, Totenfels, Luchsloch,
Marienstein bei Saaldorf.
Die 1927 bis 1931 errichtete Bleilochtalsperre hat durch ihren Stausee das Tal
zwar weniger Tief werden lassen, der Landschaft in diesem Bereich jedoch
nichts von ihrer Schönheit und Romantik genommen.
Also dann: Frisch auf!
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